Freitag, 16. Dezember 2011

Wozu Worte?

Es sind die kurzen Augenblicke, die kurzen Millisekunden in denen deine Augen so viele Worte sagen - präzise und so rein, als hättest du es dein Leben lang geübt nur für diese kurzen Momente, um mir etwas zu sagen, was wir beide nicht wirklich verstehen. Und wenn wir es könnten, was wäre dann? Wie kann man versuchen etwas zu begreifen, was nicht dafür gedacht war? Wo bleibt der Zauber? Warum sucht man nach der Erklärung, wenn man weiß, dass es kein Trick war, sondern etwas Unbeschreibliches und doch Echtes? Die Suche nach Worten ist so vergebens, wie die Erlösung durch die Erkenntnis der Sinnlosigkeit allen Lebens. In dem Moment in dem wir sprechen, können wir doch nicht so fühlen, wie wenn wir einfach nur fühlen. Die Ewigkeit ist doch nur in deinen Augen und deinen Lippen und deinem Blick. Und in dem Moment in dem du sprichst, denkst du. Aber fühlst du denn genau so, wie wenn du nur fühlst und nicht denkst und fühlst?

3 Kommentare:

  1. Sind Gefühle gemacht um ausgesprochen zu werden? Würden Gefühle dann nicht Worte heißen müssen? Und doch, was bringen uns unsere Gefühle allein, verschlossen tief in uns drin? Sie wollen raus. Doch sind sie zart und verletzlich. Haben Angst sich zu zeigen. Deswegen verstecken sie sich hinter leicht zu artikulierenden Worten, die den verletzlichen Kern wie eine Festung schützen.
    Leider sind Festungen auch dunkel, kalt und rau, während draußen die Sonne zu lachen scheint, Vögel zwitschern und das Wasser gurgelnd den Bachlauf entlangplätschert. Die Gefühle blicken sehnsuchtsvoll nach draußen. Nur richtig raus – das trauen sie sich noch nicht, fürchten sich vor einer Welt, die sie nicht kennen, die Freude und Glück genauso zu beherbergen scheint, wie Ablehnung, Täuschung und Verrat. Was sollen sie tun? Sich nach draußen in eine Welt voller unbekannter Wunder wagen oder sich in den Schutz der kalten Mauern zurückziehen, die zwar keine Wärme spenden können, aber zumindest vor Verletzungen schützen?

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  2. Danke für diesen poetischen Beitrag.

    Vor kurzem habe ich mich gefragt, was denn der Unterschied zwischen Denken und Fühlen ist. Ich meine klar, intuitiv ist das für uns sehr einfach, aber wir stützen uns ja auf unsere subjektiven Erfahrungen. Sprechen wir dabei trotzdem von ein und dem Selben? Gefühle und Gedanken sind doch beides Zustände in unserem Kopf, Gefühle scheinen sehr intensiv zu sein und man fühlt eine physiologische Erregung, Gedanken bezeichnen wir als rational. Man könnte sich nun streiten was zuerst da ist, zumindest könnte man sich aber darauf einigen, dass sie eng miteinander zusammenhängen. Wo bleiben nun die Worte? Sind sie Gefühl oder Gedanke?

    Wenn man Mensch ist, dann sollte man doch jede Erfahrung erlebt haben, die du da beschreibst. Man sollte geliebt haben, geliebt worden sein, tiefsten Schmerz gespürt haben um zu merken, was die Zeit heilt, und was nicht. Verlassen und verlassen werden, alles andere ist unbegründeter Euphemismus, das sage ich in tiefstem Verständnis dafür, dass das Leben sinnlos ist, aber schön sein kann. Wenn wir Menschen sind, dann werden wir diese Erfahrungen machen müssen.

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