Mittwoch, 30. November 2011

Leben

Heute möchte ich mal auf einige grundlegende Aspekte eines guten Lebens eingehen. Alles sehr subjektiv, ohne den Versuch "das gute Leben" zu definieren, und wohl kaum was Neues, aber vielleicht regt es den ein oder anderen an, darüber nachzudenken. Ich reiße die Punkte nur an, ein einzelner Beitrag zu den jeweiligen Themen ist in Planung ;).

guter Schlaf
Von vielen als schönste Tätigkeit überhaupt bezeichnet oder zumindest für die Langweiligen oder Bequemen unter uns zumindest auch am selben Ort ausgeübt wie die andere als schönste bezeichnete Tätigkeit. Circa 1/3 des Lebens verbringen wir mit Schlafen, da sollte doch dieser schöne Zustand viel Aufmerksamkeit bekommen. Was macht einen gesunden Schlaf aus, wie viel Schlaf braucht der Mensch, braucht er ihn überhaupt? Was tun bei Schlafstörungen? Es gibt viel zu lernen. Ein ausgeglichener, glücklicher Mensch schläft wie ein Bär im tiefsten Winterschlaf und freut sich tierisch auf den morgigen Frühling.

viel Bewegung
Um Sport kommt keiner herum. Ich wette es ist unmöglich ein gutes Leben ohne viel Bewegung zu führen. Es entspricht der menschlichen Natur, schaut euch Kinder an.
Jeden Tag mindestens 30min Sport, aber lieber mehr, denn ansonsten sitzen wir doch nur vorm Computer, das muss irgendwie kompensiert werden, meint ihr nicht? Mal ganz abgesehen davon, dass Sport Spaß macht, man mal rauskommt und häufig interessante Menschen kennenlernt (siehe soziale Aspekte).

eine gesunde Ernährung
Schwieriges Thema, obwohl wohl jedem klar ist, dass das viel ausmacht. Aber wer kennt sich da schon gut aus? Jeden Tag neue Erkenntnisse von der Wissenschaft, die den alten Erkenntnissen widersprechen. Für mich war und ist es eigentlich auch noch sehr schwer, da die "richtige" Lösung zu finden. Meiner Meinung nach der beste Ausgangspunkt ist "Eat, drink and be healthy" von Willett (2005), einem Harvard Prof.. Hier ist deren Website, bei der man eigentlich schon alle nötigen Infos bekommt und sich so das Buch nur zulegen braucht, wenn man es genauer wissen will. Nicht beeinflusst von der Industrie oder dem Staat, mit sehr guten Belegen und Quellen.
Bei allen anderen wäre ich erst ein mal skeptisch, sehr oft wird viel zu sehr verallgemeinert um den Lesern möglichst einfache Tipps zu geben. Auf der anderen Seite gibt es auch häufig dogmatische Ansätze, die angeblich die "Wahrheit" in den Händen halten. Sehr skeptisch sein, wenn es keine (guten) Quellenangaben gibt!
Für mich als Vegetarier, führt der Weg nun zu Keller und Ulmer (2010) und ihrem Buch "vegetarische Ernährung". Dabei wird sofort klar, dass sich diese nicht groß von den Empfehlungen Willetts unterscheiden, nur, dass Fleisch und Fisch verschwindet und dafür mehr Hülsenfrüchte, und andere Proteinquellen auftauchen (als Kompensation). Endlich mal Einigkeit! Natürlich gibt es trotzdem einige Punkte, die zu diskutieren sind, wie z.B. die Frage, ob man Kartoffeln essen soll.
Ein weiterer Tipp von mir ist das Ausprobieren von NutriGuide, einer Ernährungssoftware. Dort findet man Einträge zu so gut wie allen Lebensmitteln in Deutschland mit über 100 Inhaltsstoffen. 30 Tage kostenlos kann man das Programm testen, google ist euer Freund.

eine befriedigende Arbeit
Im Idealfall aus intrinsischer Motivation. Klar sollte aber auch sein, dass hier die Grundlage für die vielen anderen Aspekte geschaffen wird, da wir mit Arbeit Geld verdienen. Das Thema Geld und Finanzmanagement sollte einen Extraeintrag bekommen, ich lass es hier erst mal raus. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass man mit wenig Geld sein subjektives Wohlbefinden maximieren kann. Bei der Arbeit wäre wohl noch wichtig einen tieferen Sinn darin erkennen zu können, ansonsten stelle ich es mir sehr schwierig vor sich dazu zu motivieren jeden Tag so früh aufzustehen und Minimum 8h zu arbeiten, mit Anfahrtsweg/Pausen noch deutlich mehr, etc. (siehe Aspekte "Schlaf", "soziale Kontakte", "Entspannung"). Meiner Meinung nach wäre eine halbe Stelle auch ausreichend um gut über die Runden zu kommen und so viel Freizeit zu haben, dass einem auch die Arbeit nicht langweilig wird. In einer Partnerschaft mit Kind bietet die 50% Stelle auch Vorteile, sodass man a) Zeit mit Familie und b) mit Partner verbringen kann. Oder hört ihr euch etwa auf dem Sterbebett sagen: "ach, hätte ich doch nur mehr Zeit im Büro verbracht!"

soziale Kontakte
Menschen sind soziale Tiere. Manche sind mehr sozial, manche mehr Tier, aber grundsätzlich haben wir alle etwas soziales in uns. Von daher auch hier: ein Muss. Man braucht keine 100 Freunde, das sollte auch klar sein. Aber einige wenige Menschen, zu denen man eine enge Beziehung führt, sind meiner Meinung nach essentiell. Dann gibt es wohl wenigstens noch 2-3 weitere Abstufungen, auch diese sind nicht zu vernachlässigen. Man lernt ja auch immer wieder neue Menschen kennen, und auch das ist wichtig, denn so lässt sich der Horizont erweitern.

Entspannung
Weniger Hektik, mehr Entspannung. PMR, Joga, was auch immer einem gefällt und in dieser Hinsicht auch tatsächlich entspannend wirkt. Der Mensch braucht Ruhephasen, es ist nicht normal 10h durchzuarbeiten. Der gezielte Einsatz von Pausen zu bestimmten Zeiten verhindert Überlastung, macht uns produktiver, womit wiederum mehr Freizeit übrig bleibt.

Sex
Wird wohl kaum einer widersprechen. Gehört hier definitiv mit rein. Da gibt es natürlich auch viel zu sagen. Es ist aber auch ein schwieriges Thema. Mir fallen dazu drei Dinge ein: zum einen den wichtigen Schritt Weg von Leistung und dem ganzen Fake drumrum. Der zweite: PC-Muskel (Ironie?). Und der letzte: nicht zu vergessen, dass es eigentlich ums Kinderkriegen geht, das heißt evolutionspsychologische Aspekte nicht ignorieren und auch mal drüber nachdenken, welche Funktionen solche Institutionen wie Ehe mal früher hatten.

Partnerschaft/romantische Liebe
So eine coole Mischung aus soziale Aspekte, Sex, Arbeit und vielen anderen mehr. Nach Fromm die einzige Möglichkeit uns zu "befreien" von der "Entfremdung"; dieser Idee sollte man Aufmerksamkeit schenken. Auch hier kann man und es wurden auch unzählige Bücher gefüllt. Nur ein paar Stichworte: Marketingcharakter und wie schlecht ist das wirklich? Evolutionspsychologie. Positive Psychologie. Menschen, die verheiratet sind, sind glücklicher? Monogamie?

Natur
Merkt man vor allem, wenn man mal wieder richtig draußen war, wandern in der Natur, weg von Technik und dem Großtstadtlärm. Da ist etwas, was einen anzieht. Im Schlafsack unter Bäumen, man friert ein bisschen, das Essen ist mittelmäßig und trotzdem grinst man sich durch den Sternenhimmel, weils wunderschön ist. Ein Spaziergang im Park (im Ideallfall mit sozialem Aspekt gemixt) wirkt auch Wunder.

Wissen
Weil Erkenntnis toll ist! Das Gefühl etwas verstanden zu haben, etwas neues gelernt zu haben. Passiert eigentlich täglich, aber hin und wieder gibt's auch einen richtig großen Sprung und man versteht Zusammenhänge, die einem vorher nicht klar waren.

...
Ich wette, ich habe viele Sachen vergessen, hat jemand Anmerkungen? Ansonsten wäre der nächste Schritt wohl die einzelnen Aspekte im Detail anzuschauen und sie versuchen in den Alltag zu integrieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen