Donnerstag, 26. Juli 2012

Neid ist toll!

Oder etwa nicht?

Mein großes Interesse an Motivation führt unweigerlich zur Beschäftigung mit zwei absolut grundlegenden Fragen:

1) Was will ich?
2) Wie bekomme ich es?

(vergleiche auch Rubikonmodell)

Dabei finde ich die zweite Frage deutlich einfacher zu beantworten (wenn denn die erste steht). Wie ich etwas bestimmtes erreiche? Da gibt es zunächst garantiert schon etliche Leute, die genau das geschafft haben, was ich will - abgucken, das Beste nachmachen. Ich finde sicher auch unzählige Bücher dazu, die meisten miserabel, aber sicher auch mindestens ein gutes. Außerdem kann ich mich mit allgemeinen Faktoren beschäftigen, die entscheidend sind, so hat jede Zielerreichung sicher viel mit Disziplin, gutem Selbstmanagement, sowie hilfreichen (sozialen) Ressourcen zu tun. Und noch tausend weiteren wichtigen und weniger wichtigen Variablen. Ziemlich uninteressant im Vergleich zu der ersten Frage...was will ich? Was wollt ihr?

Meistens macht man doch das, was man gerade sowieso schon macht, ohne sich großartig Gedanken dazu zu machen. Es gibt dann hin und wieder die komische Situation, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht und man sich wieder damit beschäftigen muss, was man denn eigentlich will. Und da merkt der ein oder andere: das weiß ich gar nicht, aber das was die anderen machen (die im Übrigen auch in der gleichen Situation stecken) ist schon ok, das mach ich auch so oder so ähnlich. Auch wird hier kein Ratgeber wirkliche Abhilfe leisten, denn kein Mensch kann einem anderen sagen, wie er leben soll. Wie sollte das auch begründet werden (eine Ausnahme wäre hier für mich Kants kategorischer Imperativ, v.a. auch der zweite Teil, also niemals einen Menschen nur als Mittel gebrauchen). Ist die Maxime dann so was wie Geld (bitte erst nach Kant, nicht davor)? Oder immer Glücklichsein, oder...?

So leben die meisten vor sich hin, bis dann ganz plötzlich, und hier wären wir wieder beim Topic, dieses spezielle unangenehme Gefühl von Neid aufkommt. Und das ist doch ein ziemlich reiner Einfluss, der uns da steuert. Emotionen kontrollieren, klar ganz wichtig, aber Emotionen verstehen ist doch wichtiger. Warum ist man denn neidisch? Der andere hat etwas/macht etwas, was man auch will, oder? Großes oder! Es bringt einen zumindest zum Nachdenken. Gibt es Personen, auf die ihr von Herzen neidisch seid? Wenn ja, warum? Wollt ihr wirklich das haben, was sie haben? Das machen, was sie machen? Meistens wahrscheinlich nicht, aber wenn doch, dann ist doch alles klar, wir sind bei Frage 2 und die ist doch ganz simpel zu beantworten. Zumindest ist man dann ja bereits auf dem Weg und der kann ja auch gerne mal das Ziel sein.