Donnerstag, 13. September 2012

Programmieren als Softskill

Jorma Bork  / pixelio.de
So wie alle Schüler heutzutage Englisch lernen müssen, wird es in einigen Jahren auch mit dem Programmieren werden. Es ist einfach zu praktisch, alsdass es jemand nicht können sollte. Es geht nicht darum komplizierte Software zu entwickeln, sondern tägliche Aufgaben zu automatisieren um Zeit zu sparen. Daneben ist auch das algorithmische Denken eine kreative Fähigkeit, die keinem schaden wird.
Mich hat das Programmieren schon als Kind fasziniert, obwohl ich damals wahrscheinlich keinen blassen Schimmer hatte, was es wirklich ist. Mein Vater kaufte mir irgendwann das Buch "Jetzt lerne ich C++, in 21 Tagen". Ganz begeistert machte ich mich ans Werk und scheiterte schon beim ersten Beispiel am Compiler. Die 21 Tage sind immer noch nicht rum. Später programmierte ich Skripte in OpenGL nach, tolle 3-D-Objekte, die man drehen konnte. Dann kam eine lange Phase PHP, in der ich mir ein Grundverständnis des Programmierens aufbaute. Bald darauf verknallte ich mich in die Rekursion. Sie ist so eine Hübsche.
Auf happy-security.de hatte ich angefangen Hackits zu lösen und http://www.computec.ch/ war alleine schon wegen der Persönlichkeit des Autors eine Bereicherung.

In den meisten Studiengängen wird es von Vorteil sein grundlegende Programmierfähigkeiten zu besitzen. In der Psychologie geht es ohne tatsächlich sehr schwer. Bei Oberflächen zum zusammenklicken, wird man immer eingeschränkt bleiben und oft gibt es kostenlose Alternativen mit viel mehr Möglichkeiten, die aber Programmiererfahrung voraussetzen. Effiziente Datenanalyse ist ohne Syntax und Programmierung nicht möglich. Und wieder erlangt man durch Programmiererfahrung die volle Freiheit.

“Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.” Frank Harris

Beim Programmieren ist das nicht anders. Keine Angst haben. Es macht Spaß und ist eine wahnsinnig kreative Arbeit. Traut euch. Bald ist jeder Coder und muss es auch sein.

Donnerstag, 23. August 2012

Wie ich mich dem Schlaf entzog


Zwanzig Stunden mehr Zeit hatte ich die letzte Woche zur Verfügung. Ein neues Schlafexperiment ist die Ursache: die Schlafkompression. Ich reduziere meinen Schlaf und halte mich streng an eine Aufstehzeit. Mehr ist es nicht, aber das reicht zunächst auch ;).

Anregung ist das Buch von den zwei Schlafexperten Müller und Paterok (2010): "Schlaf erfolgreich trainieren; Ein Ratgeber zur Selbsthilfe". Ich dachte, dass hauptsächlich Mediziner sich mit Schlaf beschäftigen, aber Müller und Paterok sind Psychologen. Das ist sympathisch, denn die Behandlung von Schlafstörungen mit Medikamenten nimmt keine zentrale Rolle ein. Stattdessen wird versucht Verhalten zu verändern.

Warum weniger schlafen? Weil der Schlaf dann effizienter ist. Eine Studie von Friedmann, Globus, Huntley, Mullaney, Naitoh und Johnson (1977) gibt den Anlass für diese Behauptung. 4 Pärchen reduzierten über einen Zeitraum von 6-8 Wochen ihren Schlaf auf ca. 5h pro Nacht. Die einzige Nebenwirkung war subjektive Müdigkeit über den Tag hinweg. 1 Jahr nach dem Ende der Untersuchung wurden die Personen nochmal befragt und sie schliefen alle weniger als vor der Studie. Immerhin. Erstaunlich ist, dass es kaum Untersuchungen zu Schlafreduktion gibt. Vielleicht weil niemand bei solchen Experimenten mitmachen will?

6h am Tag habe ich angesetzt, von 02:00-08:00. Bei meinen bisherigen Versuchen zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen, bin ich häufig daran gescheitert, dass ich noch nicht müde genug war. Außerdem: wer will schon ins Bett gehen? 2 Uhr erscheint mir eine gute Wahl. Ein Vorteil ist, dass ich mich auch mit nachaktiven Menschen umgeben kann. Durch die kurze Schlafzeit bleibt die Produktivität am Morgen aber erhalten, immerhin habe ich bis Mittag 4h.

Zwei Probleme sind bei einem solchen Ansatz offensichtlich: Aufstehen und ins Bett gehen. Das Aufstehen ist zwar mühlselig, aber nach einigen Minuten stehe ich schon unter der Dusche und der Tag kann beginnen. Schlafengehen ist die tasächliche Qual. Was soll ich tun, wenn ich plötzlich pro Tag ca. 3h mehr Zeit habe? Hört sich komisch an, aber es ist eine extreme Umstellung. Im Buch von Müller und Paterok gibt es auch eine lange Listen von Aktivitäten für den Zeitvertreib falls es da an Kreativität mangelt. Vor allem am Anfang war es schwer wach zu bleiben, aber mittlerweile erledige ich ein paar Hausarbeiten wie Aufwaschen, Bügeln, Aufräumen. Eine gute Ablenkung und am nächsten Tag ist alles sauber. Ich spiele also Putzfrau in der Nacht - Bezahlung ist nicht schlecht.

Langsam scheine ich mich an das System zu gewöhnen. Müdigkeit empfinde ich mittlerweile am 12. Tag des Versuchs nicht, oder nur selten. Normal zu arbeiten ist kein Problem, obwohl ich nicht sicher bin, ob es Leistungseinbußen gibt. Motivational hat sich nicht viel getan, gewöhnliche Hochs und Tiefs wie immer.

Zur Schlafqualität: hat sich subjektiv deutlich verbessert. Wenn ich ins Bett gehe, schlafe ich sofort ein. In den 11 Tagen habe ich immer durchgeschlafen ohne aufzuwachen. Ich hatte damit auch vorher keine großen Schwierigkeiten, trotzdem empfinde ich es als Verbesserung. Vorher hatte ich häufiger das Problem, dass ich zu viel geschlafen habe, das is definitiv gelöst.

Fazit bisher: Schlafkompression hat das Potential die Lebensqualität deutlich zu steigern. Besser schlafen und mehr Zeit haben. Man sollte sich aber vorher gut überlegen, wie man es umsetzt. Das Buch von Müller und Paterok kann ich nur empfehlen.

Sonntag, 5. August 2012

Computer sind doof und die wichtigsten Programme

Teil 1 - wie ich lernte den Computer zu hassen

Seit einigen Wochen habe ich meinen Laptop gar nicht mehr genutzt, da jetzt aber eine Reise angesagt war und ich trotzdem am Ball bleiben muss, habe ich mich also wieder rangewagt. Die Katastrophe war vorprogrammiert, denn alleine die Vorgeschichte war auch ein halber GAU. Looong story short: System sehr langsam geworden und instabil, ich ganz mutig Linux ausprobiert als 2. Betriebssystem. Nach einer Woche  musste ich kapitulieren, obwohl es doch Spaß gemacht hat für meinen Sleeptracker die vorhandenen Pythonprogramme für meine Bedürfnisse umzuschreiben und diverse andere Sachen sich als Vorteile entpuppten (alleine, dass es x mal schneller ist als Ente Windows). Trotzdem war es mir als eingefleischtem Windowsuser nicht möglich die gleiche Effizienz und Bequemlichkeit zu erreichen (ich nutze übrigens unter Windows auch eine Art Shell; und fangt mir nicht mit Mac an, dann sogar noch lieber Linux :)).

Idee war also ein älteres Backup draufzuspielen, als das System noch wunderflott lief. Dabei ist irgendwie der Bootbereich zerstört worden, es ging also gar nichts mehr :). Ok, also nochmal Linux drauf, dann von dort aus versucht den Bootbereich von Windows zu reparieren, ging nicht. Partitionen von Linux gelöscht, Recovery-DVD rausgeholt - Lesefehler. Da macht man also diese schönen DVDs nach Computerkauf und die sind nach nicht mal 2 Jahren im Eimer und wenn man sie dann mal braucht, guckt man blöd aus der Wäsche. Da bleibt ja noch die Recovery-Partition auf der Festplatte, rein, Win neuinstalliert, Bootbereich immer noch im Eimer. Windowsinstaller online vom anderen Rechner gezogen, auf USB-Stick, geht, Bootbereich repariert, Win neuinstalliert. Es läuft, Juhu und Jubel. Backup draufgespielt - System immer noch instabil, zu junges Backup, älteres Backup draufgespielt, nach 5h kommt ein Fehler (Festplatte), Abbruch, alles im Eimer. Nochmal Windows neuinstalliert. Wichtigste Daten von Backup direkt rausgeholt (Dokumente, Bilder...) und jetzt kommen wir also zum zweiten Teil. Alle Programme weg, alles neuinstallieren.

Teil 2 - mein sauberes System from scratch.

Erster wichtiger Schritt: nach Computerneukauf alles platt machen und sich einen normalen Windowsinstaller ziehen und von dort aus installieren. Der Vorteil ist ganz klar: keine blöde Werbung, kein vollgestopftes, lahmes System.

Installer für Win7 z.B. bei Chip: http://www.chip.de/artikel/Windows-7-Neu-installieren-mit-kostenlosem-ISO-2_46353200.html
geht auch auf Stick, z.B. mit dem universal USB-Installer: http://www.pendrivelinux.com/universal-usb-installer-easy-as-1-2-3/

Der Lizenzschlüssel steht normalerweise auf der Rückseite des Laptops.

Zweiter wichtiger Schritt: einen Uninstaller benutzen. Damit ist zumindest theoretisch gewährleistet, dass man Programme tatsächlich vollständig wieder deinstallieren kann und so seinen Rechner nicht zumüllt. Ich habe zunächst Ashampoo Uninstaller ausprobiert und jetzt gerade Total Uninstall, gibt es beides kostenlos (irgendeine Version). Vor der Installation eines Programms wird die registry gespeichert und nach der Installation geprüft, was sich verändert hat, mit dem Dateisystem passiert das gleiche. Sehr praktisch.

Und jetzt kommen die wichtigsten Programme, die für mich das Minimum zur alltäglichen Arbeit darstellen:

Keepass - alle Passwörter in einer Datenbank, gut geschützt, Anmeldung bei allen Onlinediensten mit Autotype ohne jemals ein Passwort in einem Programm gespeichert zu haben. Ich frage mich wirklich, warum das nicht jeder nutzt. Man muss sich nur ein PW merken, den Rest kann man getrost vergessen. Auf einen Stick drauf und man kommt überall an seine Sachen ran (Sicherheit ist gewährleistet, googeln, wen es interessiert).

Truecrypt - Festplatte(teile) schützen, safety first!

fürs Schreiben:

TexLive mit Texniccenter als Editor; TexLive ist sehr groß (im Vgl. zu Miktex), aber ich hatte schon so oft Probleme mit nicht installierten Paketen, etc., dass es sich für mich auszahlt die paar GB zu investieren. Texniccenter ist einer der einfacheren Editoren, aber erfüllt alle meine Wünsche. Ohne Latex geht natürlich auch, aber Latex sieht viel schöner aus, da kommt nichts ran ;). Wer schon mal einen Lebenslauf in Latex gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Außerdem ist es kostenlos.

Jabref - als Datenbank für Quellen beim Schreiben

Mendeley - Verwalten von Artikeln mit Cloud

Skype - ist klar, ich habe auch ein bisschen Credit drauf, SMS sind billiger. Es gibt viele Services, z.B. wenn man doch mal länger weg will, kann man sich sogar einen Nummer einrichten lassen und ist dann auf der ganzen Welt darunter erreichbar.

R mit RStudio - für statistische Analysen kommt nichts an R heran, Lernkurve ist definitiv vorhanden, aber es lohnt sich. Fast alles, was es an Statistik gibt, ist in R umgesetzt und meistens auch besser im Vergleich zu anderen Programmen (und kostenlos). RStudio ist eine sehr schöne GUI, ich kenne keine bessere. Zu empfehlen ist dann noch das Paket ProjectTemplate, welches eine Ordnerstruktur automatisch erstellt, für mehr Standard und Usability!

Notepad++, sehr hübscher, schneller Editor für kleinere Editier-Arbeiten

Chrome mit Vimium - fast nur mit Tastatur surfen, Chrome ist leichtgewichtig und somit sehr schnell. Zu Vimium habe ich schon einen Eintrag gepostet.

Thunderbird - wer mag, Mail im Browser abrufen ist mittleweile auch sehr komfortabel, aber in Thunderbird gibt es mehr Optionen. Die Suche ist bei google meiner Meinung nach aber besser.

Dropbox - oder ein anderer Cloudservice, Geadanken machen über mögliche Verschlüsselung, wenn wichtige Daten drauf sind.

Slickrun - meine "personalisierte" Shell, auch dazu hatte ich schon was geschrieben. Effizienzsteigerung ist garantiert.

PdfXChangeViewer - guter Pdf-Viewer mit vielen Funktionen

kostenloses Antivirusprogramm, z.B. Avira

Backupprogramm, z.B. Acronis True Image.

Winamp für Musik

GIMP zur Fotobearbeitung mit Picasa als Foto-Datenbank. GIMP ist nicht so gut wie Photoshop, dafür kostenlos und vollkommen ausreichend für nicht-Profis. Picasa ist wundervoll und  hat auch Cloudfunktion.

Python fürs Programmieren

MS Office - manchmal gibt es keinen Weg daran vorbei, daran sind wir alle Schuld, weil wir es nutzen. Der einzige große Kompromiss den ich eingehen musste. Neben Acronis das einzige Programm, wofür man Geld ausgeben muss. OpenOffice und LibreOffice stellen für mich keine Alternative dar, da die meisten MS Office nutzen und es da immer zu Kompatibilitätsproblemen kommen wird.

Wie sieht's bei euch so aus? Fehlt noch etwas wichtiges in der Liste?

Donnerstag, 26. Juli 2012

Neid ist toll!

Oder etwa nicht?

Mein großes Interesse an Motivation führt unweigerlich zur Beschäftigung mit zwei absolut grundlegenden Fragen:

1) Was will ich?
2) Wie bekomme ich es?

(vergleiche auch Rubikonmodell)

Dabei finde ich die zweite Frage deutlich einfacher zu beantworten (wenn denn die erste steht). Wie ich etwas bestimmtes erreiche? Da gibt es zunächst garantiert schon etliche Leute, die genau das geschafft haben, was ich will - abgucken, das Beste nachmachen. Ich finde sicher auch unzählige Bücher dazu, die meisten miserabel, aber sicher auch mindestens ein gutes. Außerdem kann ich mich mit allgemeinen Faktoren beschäftigen, die entscheidend sind, so hat jede Zielerreichung sicher viel mit Disziplin, gutem Selbstmanagement, sowie hilfreichen (sozialen) Ressourcen zu tun. Und noch tausend weiteren wichtigen und weniger wichtigen Variablen. Ziemlich uninteressant im Vergleich zu der ersten Frage...was will ich? Was wollt ihr?

Meistens macht man doch das, was man gerade sowieso schon macht, ohne sich großartig Gedanken dazu zu machen. Es gibt dann hin und wieder die komische Situation, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht und man sich wieder damit beschäftigen muss, was man denn eigentlich will. Und da merkt der ein oder andere: das weiß ich gar nicht, aber das was die anderen machen (die im Übrigen auch in der gleichen Situation stecken) ist schon ok, das mach ich auch so oder so ähnlich. Auch wird hier kein Ratgeber wirkliche Abhilfe leisten, denn kein Mensch kann einem anderen sagen, wie er leben soll. Wie sollte das auch begründet werden (eine Ausnahme wäre hier für mich Kants kategorischer Imperativ, v.a. auch der zweite Teil, also niemals einen Menschen nur als Mittel gebrauchen). Ist die Maxime dann so was wie Geld (bitte erst nach Kant, nicht davor)? Oder immer Glücklichsein, oder...?

So leben die meisten vor sich hin, bis dann ganz plötzlich, und hier wären wir wieder beim Topic, dieses spezielle unangenehme Gefühl von Neid aufkommt. Und das ist doch ein ziemlich reiner Einfluss, der uns da steuert. Emotionen kontrollieren, klar ganz wichtig, aber Emotionen verstehen ist doch wichtiger. Warum ist man denn neidisch? Der andere hat etwas/macht etwas, was man auch will, oder? Großes oder! Es bringt einen zumindest zum Nachdenken. Gibt es Personen, auf die ihr von Herzen neidisch seid? Wenn ja, warum? Wollt ihr wirklich das haben, was sie haben? Das machen, was sie machen? Meistens wahrscheinlich nicht, aber wenn doch, dann ist doch alles klar, wir sind bei Frage 2 und die ist doch ganz simpel zu beantworten. Zumindest ist man dann ja bereits auf dem Weg und der kann ja auch gerne mal das Ziel sein.

Montag, 9. April 2012

Vimium - fast freihändig surfen

Freihändig - so fühlt es sich eben an, ist aber genau das Gegenteil - voll beidhändig. Worum es geht? Grundbedürfnis Surfen. Wie schon in einem älteren Post deutlich wird, habe ich eine Leidenschaft dafür entwickelt bequemer und effizienter mit dem Computer zu arbeiten. Neben einer flexiblen Kommandozeile (slickrun) und einer Desktopsuche (z.B. google), habe ich jetzt einen weiteren Optimierungsgiganten gefunden: Vimium für firefox und auch chrome. Surfen ohne Maus - zunächst ungewohnt, aber dann ganz schnell deutlich schneller.

chrome: http://vimium.github.com/
firefox: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/vimium/


Runderladen, installieren und dann ausprobieren. Es verlangt ein bisschen Mühe sich von den automatisierten Abläufen mit der Maus zu verabschieden, aber ihr werdet es lieben!

die wichtigsten shortcuts:
? - gibt eine Übersicht über alle Shortcuts (in Englisch)
f - öffnen eines Links im gleichen Tab (es erscheinen Kürzel, die man tippen muss)
F - öffnen eines Links in neuem Tab
gi - Fokus auf erste Textbox (so nützlich, wie ging es vorher eigentlich ohne?)
j - runterscrollen
k - raufscrollen
u - eine Seite runterscrollen
d - eine Seite hochscrollen
x - tab schließen
X - geschlossenen tab wieder öffnen (sehr praktisch!)
t - neuer tab
r - Seite neu laden
...
auch alles frei konfigurierbar, was mir auch sinnvoll erscheint, da sich amerikanische und deutsche Tastatur doch unterscheiden.

Wenn ihr es eine Stunde durchgängig nutzt, werdet ihr euch von der Maus verabschieden...

Dienstag, 3. April 2012

Zwischenstand Schlaf

Teilziel erreicht. Immerhin von im Schnitt (gefühlten) 01:00 übliche Uhrzeit um abends ins Bett zu gehen auf (gefühlte) 22:30 reduziert. Und auch die Quantität selbst ist gesunken, auf ca. 8,5h Schlaf pro Tag. Die subjektive Qualität des Schlafes ist auch etwas besser geworden.

Abbildung 1: Bettgehzeit im Verlauf von 14 Tagen
Objektiv sieht das Ganze dann auch noch mal etwas anders aus (Abbildung 1). Denn da gehe ich doch erst 23:14 ins Bett :) (also um 45min verschätzt). Man sieht aber auch, dass die Varianz recht groß ist.Von Regelmäßigkeit kann man noch nicht wirklich sprechen (siehe Tipps im vorherigen Post). Immerhin gibt es zum Teil Unterschiede von bis zu 2h von Tag zu Tag. Subjektiv empfindet man das nicht so.
Abbildung 2: Aufstehzeit im Verlauf von 14 Tagen
Bei der Aufstehzeit (Abbildung 2) gab es irgendwie an Tag 7 einen Einbruch :), aber ich kann mich nicht erinnern was da passiert ist. Insgesamt auch hier zum Teil recht große Unterschiede.

Die anderen Werte sind leider kaum auswertbar. Es gab keine einzige Veränderung im PSQI (siehe vorherigen Post) die über einen Differenzpunkt hinausging. Allgemein wird es mal besser, mal schlechter.

Die Tagesmessungen geben auch nicht viel mehr her. Sehr chaotisch und kein erkennbares Muster. Aber die Anzahl der Messungen ist wohl auch zu gering.

Allgemein ist der Einsatz des Schlaftagebuches meiner Meinung nach etwas umständlich und unbequem. Außerdem müssen die Daten dann erst abgetippt werden um sie auszuwerten. Was logisch ist, aber z.B. mit einem Schlafphasenwecker viel bequemer geht. Den habe ich leider nicht durchgängig nutzen können, will mich aber nun exklusiv darauf fokussieren. Der große Vorteil neben dem effektiven Wecken in einer nicht-Tiefschlafphase, ist die einfache und schnelle Übertragung der Daten auf den Rechner.
Einen kleinen Vorgeschmack gibt Abbildung 3:
Minuten über oder unter 0 Uhr im Verlauf
Das sind meine bisherigen Daten ab Dezember 2011. Ich habe die Zubettgehzeit umgewandelt, sodass 0  = 0 Uhr entspricht und alles was drunter und drüber ist, sind die Minutenabstände von 0 Uhr.
Was man nicht sofort sieht sind die ganzen Lücken, es fehlen viele Tage, weshalb die extremen Sprünge auch so raus stechen.
Daneben gibt es noch einige weitere spannende Sachen, die man sich anschauen kann. Der Schlafphasenwecker zeichnet die Bewegungen im Schlaf auf, d.h. man hat dann die genauen Zeitpunkte der Bewegungen. Daraus lässt sich dann z.B. der durchschnittliche Abstand zwischen den Wachzeitpunkten berechnen. Dieser Wert lässt sich als Indikator für die Schlafqualität benutzen.
Das könnte zum Beispiel in einem Histogramm so aussehen:
Histogramm: Anzahl Bewegungen in Abhängigkeit von Uhrzeit (in 10min-Intervallen)
Anzahl der Bewegungen (oder Bewegungsphasen) in 10min-Intervallen ab 23 Uhr bis 7:20, was die letzte Bewegung darstellt, da 7:20 ins Weckfenster (7:00-7:30, 30min) fällt. Wie man leicht erkennen kann gibt es hier nur kurze Phasen ohne Bewegung, dies kommt wohl auch dadurch zustande, dass es Mikrobewegungen auch im Tiefschlaf gibt.


Meiner Meinung nach eine sehr gute Möglichkeit seine Schlafqualität zu überprüfen. Natürlich ist auch hier eine einzige Messung (Punktmessung) nicht sinnvoll, aber die Daten lassen sich schnell sammeln.

Mal schauen wie sich das ganze entwickelt. Ich werde jetzt auch regelmäßig progressive Muskelrelaxation vor dem Schlafengehen betreiben. Das muss man dann natürlich auch dokumentieren, genauso wie andere Faktoren (Schlaftagebuch als Anregung oder Ergänzung).

Das Ganze ist natürlich die Reinform der Individualpsychologie. Ich kann also testen, was für mich von den ganzen Hinweisen funktioniert und was nicht. Somit lässt sich das auf andere nicht übertragen, aber das Vorgehen an sich natürlich schon. Bewaffnet euch also (zunächst) mit Zettel und Stift und erkundet euren Schlaf. Immerhin verbringen wir damit einen Großteil unseres Lebens. Ich bleibe jedenfalls gespannt :)