Zwanzig Stunden mehr Zeit hatte ich die letzte Woche zur Verfügung. Ein neues Schlafexperiment ist die Ursache: die Schlafkompression. Ich reduziere meinen Schlaf und halte mich streng an eine Aufstehzeit. Mehr ist es nicht, aber das reicht zunächst auch ;).
Anregung ist das Buch von den zwei Schlafexperten Müller und Paterok (2010): "Schlaf erfolgreich trainieren; Ein Ratgeber zur Selbsthilfe". Ich dachte, dass hauptsächlich Mediziner sich mit Schlaf beschäftigen, aber Müller und Paterok sind Psychologen. Das ist sympathisch, denn die Behandlung von Schlafstörungen mit Medikamenten nimmt keine zentrale Rolle ein. Stattdessen wird versucht Verhalten zu verändern.
Warum weniger schlafen? Weil der Schlaf dann effizienter ist. Eine Studie von Friedmann, Globus, Huntley, Mullaney, Naitoh und Johnson (1977) gibt den Anlass für diese Behauptung. 4 Pärchen reduzierten über einen Zeitraum von 6-8 Wochen ihren Schlaf auf ca. 5h pro Nacht. Die einzige Nebenwirkung war subjektive Müdigkeit über den Tag hinweg. 1 Jahr nach dem Ende der Untersuchung wurden die Personen nochmal befragt und sie schliefen alle weniger als vor der Studie. Immerhin. Erstaunlich ist, dass es kaum Untersuchungen zu Schlafreduktion gibt. Vielleicht weil niemand bei solchen Experimenten mitmachen will?
6h am Tag habe ich angesetzt, von 02:00-08:00. Bei meinen bisherigen Versuchen zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen, bin ich häufig daran gescheitert, dass ich noch nicht müde genug war. Außerdem: wer will schon ins Bett gehen? 2 Uhr erscheint mir eine gute Wahl. Ein Vorteil ist, dass ich mich auch mit nachaktiven Menschen umgeben kann. Durch die kurze Schlafzeit bleibt die Produktivität am Morgen aber erhalten, immerhin habe ich bis Mittag 4h.
Zwei Probleme sind bei einem solchen Ansatz offensichtlich: Aufstehen und ins Bett gehen. Das Aufstehen ist zwar mühlselig, aber nach einigen Minuten stehe ich schon unter der Dusche und der Tag kann beginnen. Schlafengehen ist die tasächliche Qual. Was soll ich tun, wenn ich plötzlich pro Tag ca. 3h mehr Zeit habe? Hört sich komisch an, aber es ist eine extreme Umstellung. Im Buch von Müller und Paterok gibt es auch eine lange Listen von Aktivitäten für den Zeitvertreib falls es da an Kreativität mangelt. Vor allem am Anfang war es schwer wach zu bleiben, aber mittlerweile erledige ich ein paar Hausarbeiten wie Aufwaschen, Bügeln, Aufräumen. Eine gute Ablenkung und am nächsten Tag ist alles sauber. Ich spiele also Putzfrau in der Nacht - Bezahlung ist nicht schlecht.
Langsam scheine ich mich an das System zu gewöhnen. Müdigkeit empfinde ich mittlerweile am 12. Tag des Versuchs nicht, oder nur selten. Normal zu arbeiten ist kein Problem, obwohl ich nicht sicher bin, ob es Leistungseinbußen gibt. Motivational hat sich nicht viel getan, gewöhnliche Hochs und Tiefs wie immer.
Zur Schlafqualität: hat sich subjektiv deutlich verbessert. Wenn ich ins Bett gehe, schlafe ich sofort ein. In den 11 Tagen habe ich immer durchgeschlafen ohne aufzuwachen. Ich hatte damit auch vorher keine großen Schwierigkeiten, trotzdem empfinde ich es als Verbesserung. Vorher hatte ich häufiger das Problem, dass ich zu viel geschlafen habe, das is definitiv gelöst.
Fazit bisher: Schlafkompression hat das Potential die Lebensqualität deutlich zu steigern. Besser schlafen und mehr Zeit haben. Man sollte sich aber vorher gut überlegen, wie man es umsetzt. Das Buch von Müller und Paterok kann ich nur empfehlen.
6h am Tag habe ich angesetzt, von 02:00-08:00. Bei meinen bisherigen Versuchen zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett zu gehen, bin ich häufig daran gescheitert, dass ich noch nicht müde genug war. Außerdem: wer will schon ins Bett gehen? 2 Uhr erscheint mir eine gute Wahl. Ein Vorteil ist, dass ich mich auch mit nachaktiven Menschen umgeben kann. Durch die kurze Schlafzeit bleibt die Produktivität am Morgen aber erhalten, immerhin habe ich bis Mittag 4h.
Zwei Probleme sind bei einem solchen Ansatz offensichtlich: Aufstehen und ins Bett gehen. Das Aufstehen ist zwar mühlselig, aber nach einigen Minuten stehe ich schon unter der Dusche und der Tag kann beginnen. Schlafengehen ist die tasächliche Qual. Was soll ich tun, wenn ich plötzlich pro Tag ca. 3h mehr Zeit habe? Hört sich komisch an, aber es ist eine extreme Umstellung. Im Buch von Müller und Paterok gibt es auch eine lange Listen von Aktivitäten für den Zeitvertreib falls es da an Kreativität mangelt. Vor allem am Anfang war es schwer wach zu bleiben, aber mittlerweile erledige ich ein paar Hausarbeiten wie Aufwaschen, Bügeln, Aufräumen. Eine gute Ablenkung und am nächsten Tag ist alles sauber. Ich spiele also Putzfrau in der Nacht - Bezahlung ist nicht schlecht.
Langsam scheine ich mich an das System zu gewöhnen. Müdigkeit empfinde ich mittlerweile am 12. Tag des Versuchs nicht, oder nur selten. Normal zu arbeiten ist kein Problem, obwohl ich nicht sicher bin, ob es Leistungseinbußen gibt. Motivational hat sich nicht viel getan, gewöhnliche Hochs und Tiefs wie immer.
Zur Schlafqualität: hat sich subjektiv deutlich verbessert. Wenn ich ins Bett gehe, schlafe ich sofort ein. In den 11 Tagen habe ich immer durchgeschlafen ohne aufzuwachen. Ich hatte damit auch vorher keine großen Schwierigkeiten, trotzdem empfinde ich es als Verbesserung. Vorher hatte ich häufiger das Problem, dass ich zu viel geschlafen habe, das is definitiv gelöst.
Fazit bisher: Schlafkompression hat das Potential die Lebensqualität deutlich zu steigern. Besser schlafen und mehr Zeit haben. Man sollte sich aber vorher gut überlegen, wie man es umsetzt. Das Buch von Müller und Paterok kann ich nur empfehlen.